Hybrid aus Klettern, OCR 100 und Langdistanz-OCR: Ein Vergleich und mein Weg zu mehr Struktur

 


Drei Disziplinen, drei Anforderungen – ein Ziel

Ich bewege mich aktuell zwischen drei sehr unterschiedlichen Sportarten: OCR 100 (Sprint-Hindernislauf), Standard-OCR (3–20+ km) und Klettern (Bouldern und Lead). Jede dieser Disziplinen stellt eigene Anforderungen an Körper und Kopf. Damit du eine Vorstellung davon bekommst, wie unterschiedlich die Belastungen sind, hier ein direkter Vergleich:




KriteriumOCR 100Standard OCR (3–20+ km)Klettern (Bouldern/Lead)
Dauer20–60 Sek.20 Min – 2+ Std10 Sek – 6 Min
HindernisseLeicht, standardisiertVariabel, oft technisch anspruchsvollTechnisch, komplex, individuell
SchnellkraftSehr hochMittelHoch
MaximalkraftMittelMittel – HochSehr hoch
KraftausdauerGeringSehr hochHoch
LaufleistungGeringSehr hochGering
KoordinationMittelHochSehr hoch
Agilität / MobilitätHochHochHoch


Die Sportarten im Kurzportrait




OCR 100
ist der Sprint unter den Hindernisläufen. 100 Meter, einfache Hindernisse – aber maximale Geschwindigkeit und Präzision sind gefragt. Es geht nicht darum, ob du ein Hindernis schaffst, sondern wie schnell. Technisch simpel, physisch brutal. Alles in unter einer Minute.






Standard-OCR
ist der vielseitige Allrounder. Je nach Strecke – 3, 10 oder 20+ Kilometer – wechseln sich Laufpassagen mit Hindernissen ab. Diese Hindernisse können funktionell, technisch oder mental fordernd sein. Ausdauer, Kraftausdauer und Grip sind entscheidend.


Klettern, ob Bouldern oder Lead, ist eine vertikale Mischung aus Kraft, Technik und Kopf. Es geht nicht nur ums Halten, sondern ums Lösen. Jede Route ist ein Puzzle, das du mit Körpergefühl, Bewegungsintelligenz und Präzision knackst.



Die Trainingsbesonderheiten

  • OCR 100 verlangt maximale Explosivität auf kurzer Strecke. Sprinttechnik, Hangeldynamik und Präzision stehen im Vordergrund. Das Training ist kurz, aber extrem intensiv.

  • Standard-OCR ist vielseitig. Neben Laufökonomie brauchst du funktionelle Kraft, Griffkraftausdauer und eine gute Erholungsfähigkeit. Auch mentale Härte spielt eine Rolle.

  • Klettern ist die Königsdisziplin in Sachen Körperspannung, Bewegungsverständnis und Maximalkraft an den Fingerspitzen. Kraft und Technik gehen hier Hand in Hand – und das bei vertikalem Denksport.


Mein bisheriger Ansatz

Bis jetzt war mein Training eher intuitiv: Ich bin regelmäßig klettern gegangen, war laufen (meistens Trail), habe ein bisschen Krafttraining gemacht (Eigengewicht, TRX, Hangboard) und ab und zu Yoga oder Mobility-Einheiten eingeschoben. Kein klarer Plan – aber viel Spaß und Konsistenz.

Trotzdem konnte ich mich innerhalb eines Jahres deutlich steigern:

  • Laufen: von 6:30 min/km auf 4:35 min/km Pace

  • Klettern: von UIAA 8 auf 9-/9 (rotpunkt)



Der nächste Schritt: Struktur reinbringen

Nach dem Weltcup in Innsbruck und der OCR Europameisterschaft in Lissabon (beides in den kommenden zwei Wochen), will ich mein Training gezielter aufbauen. Ich habe deshalb gemeinsam mit einem Coach einen spezifischen Trainingsplan für die nächsten Monate erstellen lassen – mit Fokus auf die OCR-Weltmeisterschaft in Schweden und (hoffentlich) die Kletter-Weltmeisterschaft in Südkorea.

Der Plan vereint das Beste aus drei Welten – mit Struktur, Abwechslung und genug Raum für Regeneration. Und vor allem: Er ist abgestimmt auf meine Ziele, meinen Alltag und meine Stärken.

Ich bin gespannt, wie weit ich damit komme – und nehme euch gerne auf diesem Weg mit!





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